Und schon wieder sind Wochen und Monate ins Land gezogen seit ich hier das letzte Mal etwas geschrieben habe. Nun die Zeiten sind etwas stressig und unstet, meine neueste Errungenschaft möchte ich aber meinen Bloglesern nicht vorenthalten. Dabei handelt es sich wiedereinmal um einen analogen Schatz dieses mal aber nicht aus Japan sondern aus dem nur wenige Hundert Kilometer entfernten Dresden. Eine Praktica FX, der Seriennummer zu folge wohl aus dem Jahre 1955. Wow also eine Kamera die fast 57 Jahre alt ist, fast doppelt so alt wie ich selbst. Wie man sich bei dem Alter vorstellen mag kommt dieser Eisenklotz komplett ohne jegliche Automatiken aus, also weder Belichtungsmessung, noch Belichtungsautomatik noch irgend eine Spur von einem Autofokus. Es wird noch nicht einmal von Einstell auf Arbeitsblende umgestellt. Das heißt für den Fotograf Zeit und Blende mit einem Belichtungsmesser  ermitteln oder wie ich in meinem Fall einfach schätzen, als Basis meiner Schätzungen dienen diese beiden Tabellen Exposure Values und Exposure Factor. Jetzt sucht man nach dem richtigen Fokus, schließt die Blende und hofft alles richtig gemacht zu haben. KLATSCH!!! Das Ding macht nicht nur Klick, es macht Klatsch beim Auslösen, ein Fest für alle Sinne sozusagen. Das ist dann doch schon etwas anderes als man vom Drauf-halten und Abdrücken heute gewöhnt ist und ist sogar für Fotografen mit einem Herz für die analogen Schätzchen vergangener Tage noch ein zwei Gänge langsamer.

Generell muss ich sagen befindet sich die Dame in einem für ihr Alter ausgesprochen guten Zustand die beiden Linsen haben weder Kratzer noch irgend einen Anflug vom gefürchteten Linsenpilz. Das einzige was die Praktica nicht mehr ganz so zu mögen scheint ist die Kälte, von der wir die letzten Tage ja ausreichend hatten. Nach einer Weile im freien bei ca -10 bis -15°C hängt der Verschlussvorhang wohl ein wenig (was sich hier und da an den dunklen Stellen links an den Bildern bemerkbar macht). Zugegeben, für den Fotografen ist es auch nicht unbedingt angenehm bei solchen Temperaturen ein massives Metallgehäuse durch die Gegend zu tragen. Glücklicherweise ist die Praktica nicht ganz so filigran wie aktuelle Kameras weswegen sie sich auch noch mit dicken Handschuhen bedienen lässt.

Und nun noch einmal ein ein riesigen Dank an den Spender der meine kleine Sammlung wieder um ein weiteres Stück und mich als Fotografen um ein paar wirklich interessante Erfahrungen reicher gemacht hat. Also die ersten Meter Film habe ich durch und die Ergebnisse gefallen mir, aber seht selbst.

 

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