Ursprünglich hatten wir uns eigentlich für die zweite Tour den düsseldorfer Medienhafen als Ziel gesetzt. Das schien am Samstagabend bzw. in der Samstagnacht auch noch eine gute und vielversprechende Idee. Leider hatten wir da aber noch nicht mit den schlechtgelaunten Wettergöttern gerechnet die uns einen derben, feuchten Strich durch die Rechnung machten. Was tut man also in Düsseldorf wenn das Wasser von oben kommt? Man geht in den Aquazoo.

Logischerweise hatten diese Idee an diesem verregneten Tag auch andere. Geschätzte 30.000 Menschen (subjektives Empfinden des Bloggers A. d. R. ) drängten sich durch die Gänge und Austellungen. Fotografisch ist der Aquazoo ein wirklich lohnendes Ziel, lichtstarke Linsen, Geduld und einen etwas besucherschwächerer Tag sind aber in jedemfall hilfreich. Man kann sich durch verschiedene Austellungsteile kämpfen und findet eine Menge Motive (wenn die netten Tierchen auch gerade posieren wollen) Neben zahlreichen verschiedenen Aquarien mit zum Teil sehr aussergewöhnlichen Bewohnern, einem Tropenhaus, Nagern kleinen Primaten, Eselspinguinen, diversen Reptilien nennen auch noch verschiedene Insekten den Aquazoo ihr Zuhause.

So nun zum fotografischen Teil, wie auch den Tag zuvor waren wir, was sich im Nachhinein als sehr weise Entscheidung herausstellen sollte, wieder mit den 50mm-Festbrennweiten unterwegs. Einen Anfänger werden die Lichtverhältnisse die man vorfindet wohl ziemlich überfordern. Mit Motivautomatiken kommt man hier in der Regel nicht weit, zum einen weil man sich zum Teil absolut nicht mehr auf die Belichtungsmessung verlassen kann, zum anderen weil in der Vollautomatik zum Beispiel der Kamerablitz aufschnappt. In einer solchen Umgebung ist Blitzen ein Tabu ist, man möchte den armen Fischen ja nicht die Netzhaut wegbrennen und unsinnig da man ausser der Reflektion in der Scheibe sowieso nicht viel zu sehen bekommt. Man bekommt keine bunten Fische, keine putzigen Nager und keine krabbeligen Insekten, nur ein heller Lichtfleck in der Scheibe aufs Bild und wahrscheinlich einen Nager der die nächste Stunde irritiert gegen die Wände rennt weil er nichts mehr sieht. Nun zur irritieren Belichtungsmessung, die übrigens auch die Blitzmessung beeinflusst und unbrauchbar macht. Wenn man nun zum Beispiel die Blendenvorwahl nutzen möchte dann misst die Camera auf irgend einem Punkt und versucht die Belichtungszeiten auf eben den Punkt anzupassen, die tut sie aber kontinuierlich das heißt sie regelt ständig nach. Man könnte nun hier die Belichtungsmessungsspeicherung (was für ein unhandliches Wortgebilde) nutzen allerdings sind die Lichtverhältnisse an den meisten Motiven sehr Kontrastreich und wechselhaft das man damit wohl nicht weit kommt und man trotzdem ständig nach regeln muss, ergo kommt man eigentlich gar nicht dazu sich auf das Motiv selbst zu konzentrieren. Nebenbei spielt eben diese sehr kontrastreiche Umgebung der Messung einige Streiche so das man sich nicht wirklich darauf verlassen kann. Meine EOS 400D hat mir zum Beispiel die ganze Zeit wirre Werte um die Ohren gehauen, von restlos unterbelichtet (zum Beispiel bei den Quallen und den Haien) bis gnadenlos überbelichtet (Gegenlicht und ungünstige Reflektionen bei den Weissbüscheläffchen) war eigentlich alles dabei. Also ein Fall für das mächtige M. Bei den Lichtverhältnissen war zum Großteil sowieso Offenblende angesagt also galt es eigentlich nur noch die Belichtungszeiten und hier und da die ISO-Empfindlichkeit nachzuregeln, mit etwas Übung ein Kinderspiel. Am Anfang muss man sich schon zwingen die sicheren seichten Gewässer der Verschiedenen Messungen und gleichmäßig belichteten Bilder zu verlassen und auf eigene Faust in einem Sturm an Eindrücken alles selbst einzustellen. Schiff ahoi, den Autofokus kann man zum Teil auch vergessen, zum einen durch die Scheiben die zwischen uns und dem Motiv war zum zweiten kommen die Hilfssensoren meist mit f1.8 nicht sonderlich gut zurecht, greifen immer wieder daneben und treffen den Fokuspunkt nicht. Ärgerlich da man auf deim kleinen Display nicht wirklich sagen kann ob das Bild perfekt scharf ist oder eben doch ein Stück daneben.

Zu den fotografischen Untiefen kam nun auch noch ein sehr voller Aquazoo, kreischende Kinder die sich zwischen dich und dein Motiv klemmen, genauso rücksichtslose Erwachsene die dich weg drängeln weil ihnen die 30 Sekunden zu lange sind die du für dein Bild brauchst oder dir einfach durchs Bild rennen wenn man mal einen Moment mehr als 50 cm Platz zwischen Kamera und Glas lässt. Dann noch überforderte Eltern die lächelnd dabei zusahen wie ihre Kinder in den Ausstellungsräumen Fangen spielten, antiautoritäre Erziehung ist schon etwas feines. Achja die Kamera sollte man möglichst hoch halten ich musste mehr als einmal in letzter Sekunde verhindern das ein schwungvoll bewegter Kinderkopf mit meiner EOS kollidierte. Ich kann mir sehr gut vorstellen dass so ein Batteriegriff böse Beulen erzeugt und die Diskurse mit den Eltern auch nicht allzu schön werden wenn das Kind gerade deine Festbrennweite kaputt gerannt hat (die 50mm-Joghurtbecher von Canon sind ja nicht gerade für ihre stabile Bauweise bekannt). Nunja zum Schluss wie immer Bilder. Ich muss sagen das ich zum Ende hin komplett durchgeschwitzt war, Fotografenstress pur. Aber es hat sich gelohnt, denke ich.

One Response to “Düsseldorf – Part3 of 3 (the M like in mighty)”
  1. Dementi says:

    Hey, starke Bilder, vorallem die Quallen habens mir angetan =)
    Wobei das erste Schlangen-Foto auch extremst geil ist. Der möcht
    ich meinen Finger nicht hinhalten ^^

  2.  
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